Africa Basel 2026: Ein Ort des Wandels – Kunst, Industrie und der Rhein
Mit der Africa Basel 2026 verlagert sich die Messe an einen Ort, der nicht nur räumlich, sondern auch kulturell eine neue Tiefe eröffnet: in den Klybeck 610. Eingebettet in das historische Klybeck-Areal, steht das Gebäude exemplarisch für eine urbane Landschaft im Übergang – ein Terrain, in dem sich industrielle Vergangenheit, gesellschaftliche Transformation und zeitgenössische Kultur überlagern.
Klybeck-Kantine, Gärtnerstrasse 2, 4057 Basel. Architektur: Suter + Suter, 1965 – 1967
Errichtet Ende der 1960er-Jahre als Kantinenbau für das damalige Industrieareal, wurde das Gebäude vom Basler Architekturbüro Suter + Suter entworfen. Ihre Architektur folgte einer sachlichen, funktionalen Moderne, geprägt von Klarheit, Licht und sozialem Denken. Die Kantine war nie bloss ein Zweckbau, sondern ein Ort des Zusammenkommens innerhalb einer industriell organisierten Arbeitswelt. Diese ursprüngliche soziale Funktion hallt bis heute nach – nun transformiert in einen offenen Raum für kulturellen Austausch.
Die heutige Nutzung des Klybeck 610 ist Teil einer grösseren Bewegung: Das Areal, einst von Chemieindustrie und Logistik bestimmt, befindet sich in einem tiefgreifenden städtebaulichen Wandel. An die Stelle abgeschlossener Produktionszonen treten offene, durchlässige Räume für Kultur, Experimente und neue Formen des Zusammenlebens. In unmittelbarer Umgebung haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Kulturinitiativen etabliert – vom Basler Hafen mit seinen temporären Kunst- und Musikformaten über die Turbinen-Haus als Ort für alternative Kulturproduktion bis hin zum Holzpark Klybeck, der als informeller Treffpunkt zwischen Stadt, Natur und Gemeinschaft fungiert.
Diese kulturelle Nachbarschaft ist kein dekorativer Hintergrund, sondern ein Resonanzraum. Sie verleiht der Africa Basel eine Verankerung in einem urbanen Kontext, der von Offenheit, Aushandlung und Vielstimmigkeit geprägt ist – Qualitäten, die auch die zeitgenössische afrikanische Kunst in besonderer Weise kennzeichnen. Kunst erscheint hier nicht isoliert, sondern eingebettet in ein lebendiges Gefüge von Stadt, Geschichte und Gegenwart.
Von besonderer symbolischer Bedeutung ist die Lage am Rhein. Die Africa Basel bleibt auf derselben Rheinseite wie die Art Basel, die Liste Art Fair Basel und Photo Basel. Der Rhein fungiert seit jeher als kulturelle Achse der Stadt – als Verkehrsweg, Grenzlinie und verbindendes Element zugleich. Diese geografische Kontinuität schafft nicht nur praktische Nähe, sondern auch eine mentale Kartografie des Kunststandorts Basel, innerhalb derer sich Africa Basel selbstbewusst positioniert.
Das Klybeck 610 ist damit mehr als eine neue Messehalle. Es ist ein Ort, an dem sich Fragen nach Transformation, Erinnerung und Zukunft materialisieren. In dieser ehemaligen Industriearchitektur entfaltet die Africa Basel 2026 einen Dialog zwischen afrikanischer Gegenwartskunst und einem europäischen Stadtraum, der selbst im Prozess des Neudenkens begriffen ist. Die Messe wird Teil einer Erzählung, in der Kunst nicht nur gezeigt, sondern verortet wird – im Raum, in der Geschichte und im gesellschaftlichen Gefüge.